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Der Twitter-Account von Donald Trump hatte 89 Millionen Follower. Jetzt gesperrt. Die Zahl zeigt eine wirkliche VIERTE GEWALT. Und die Maßnahme durch die Geschäftsführer einer privaten Firma ist ordnungspolitisch nicht unproblematisch. Über letzteres darf die Schadenfreude nicht hinwegtäuschen.

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C’est la vie. Zitat: „Man träumt von einer GROSSEN LANGEN. Und dann bekommt man eine KLEINE DICKE.“ So hat der wunderbare Satiriker Kurt Tucholsky zwischen den beiden Weltkriegen seine Enttäuschung über die Weimarer Republik beschrieben. Der Traum von der politischen Schönheit entstand, dichtete er, „unter kaiserlichem Zwange“ und zwar von einer „Republik“, der ersten nachhaltigen Demokratie in Deutschland. Die frische Republik zog von Berlin nach Weimar, weil in Berlin der Mob tobte. SSÄLAWIE schreibt der Satiriker damals , so ist das Leben. Nach dem Traum kommt die Wirklichkeit und dann der ALPTRAUM. Es sollte nach dem Interregnum 1928 bis 1933 dann in der Tat noch viel hässlicher werden. Die Weltwirtschaftskrise ermächtigte Herrn Hitler. Geschichte wiederholt sich nicht: Die Demokratie und die Demokraten in der USA sind stabil. Keine falschen Analogien! Was den USA jetzt ins Haus steht, ist eine AfA, eine Alternative für Amerika, und zwar als Abspaltung von der parlamentarischen Konservativen („Republikaner“) durch die neue APO des Donald Trump, der Medienmogul werden wird. Trump wird APO machen. Wenn Twitter ihn sperrt, geht er zu TELEGRAM. Oder gründet was eigenes im Internet. Hinter dem Mann stehen 75 Millionen Wähler. Wenn in den USA eine politische Krise kommt, dann nicht im (!) Capitol; sie wird von einer APO angeführt sein. Außerparlamentarisch, rechtspopulistisch, verschwörungstheoretisch, anti-elitär, rassistisch, Kult der Straße. Da wird sich die KLEINE DICKE des Kurt Tucholsky noch als Euphemismus erweisen. Das wird richtig hässlich. Und: Read my lips. Hat Trump das nicht schon versprochen? Eine Bewegung. Und wenn ihm dahin nur ein Drittel folgt, dann sind das noch immer 25 Millionen. Auch davon reicht noch ein Zehntel. Hefe! APO geht auch von rechts.

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Trump ist ein AFFE IM ANZUG. Das Konzept der WEISSEN ÜBERLEGENHEIT kann nicht kulturell gemeint sein. Ich kenn mich da aus, weil seine Vorfahren aus meiner Nachbarschaft kommen. Nein, nicht die Pfalz, aus der seine Familie nach Amerika ausgewandert ist. Ich habe lange in der Nähe von Düsseldorf gelebt, im Kreis Mettmann. Da gibt es an dem Flüsschen Düssel im Neandertal einen Steinbruch, in dem etwas Bedeutendes entdeckt wurde: Trumps Vorfahren. Ich war da oft, schon als Schüler. Aber der Reihe nach. Der NEANDERTALER hat in vielen Dingen einen schlechten Ruf, zu Unrecht. Er gilt nur als Nebenlinie des HOMO SAPIENS, die ausgestorben ist. Ich halte das für falsch. Also erstmal haben die Jungs mindestens 100.000 Jahre auf der Erde verbracht. Zweitens kann man aus anderen Funden rückschließen, dass sie ein ausgeprägtes Sozialleben hatten. Das waren keine Höhlenmenschen, wenn damit dumme Tiere gemeint sein sollten. Sie waren für sehr lange Zeit die überlegene Rasse. Woher dann der schlechte Ruf? Warum ausgestorben? Nicht weise genug, Stichwort „sapiens“, zu Deutsch klug & weise? Hat sie eine Klimakatastrophe ausgelöscht? Nein, Greta, Unsinn. Oder eine Pandemie? Nein, Herr Lauterbach, Unsinn. Es gibt einen Fund, ich glaube in Kanada, eines menschlichen Wesens, dessen DNA zeigt, dass der Vater ein HOMO SAPIENS war und die Mutter eine Neandertalerin. Wenn man jetzt bedenkt, dass sie mindestens 50.000 Jahre Zeit hatten, fremd zu gehen... Ha! Die Wissenschaft weiß, dass wir noch immer die Gene der Neandertaler in uns tragen; manche sagen zu drei Prozent, andere zu zwanzig Prozent. So, und jetzt löse ich das Geheimnis mit Trump und dem Mob vom Kapitol: Es können auch mehr sein!

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ENTMENSCHLICHUNG.

Der amerikanische Präsidentschaftskandidat D. Trump bedenkt Einwanderer aus Haiti mit der Geschichte, sie verzehrten die Haustiere der ansässigen Bevölkerung, deren Hunde und Katzen. Das ist eine rassistische Verleumdung mit dem Ziel der kulturellen Degradierung. Seine Konkurrentin, eine indisch-amerikanisch stämmige Frau, ist dabei mitgemeint. Wir sind im Bodensatz von Propaganda.

Und so fremd ist uns diese Fremdenfeindlichkeit nicht, die wir Witze darüber machen, woher das Fleisch im Buffet des Chinarestaurants stamme, „all-you-can-eat“ für 13,90€. Hab ich gestern gemacht. Mit einem Warsteiner 18,10€. Angebot reichlich, Qualität Kantinenstandard, nicht schlechter; Service nett. Aber das ist, wie Kipling sagt, eine andere Geschichte. Das Beispiel Springfield ist böser.

Das ist der Ort im Mittleren Westen mit der massiven Zuwanderung von Haitianischen Migranten. Der Volksverhetzer macht nicht nur den Katzenfreunden am Ort Angst; er entwürdigt als rassisch überlegener Weißer die Fremden anderer Hautfarbe zu Tieren. Das mag als Urteil zu harsch klingen, aber man muss den Andeutungen der Propaganda immer mit den Ohren ihrer Anhänger folgen. Hier wird nicht Klartext gesprochen, sondern angedeutet. Insinuation ist die Methode, immer und überall.

Eine rechtsextreme Unterstützerin des D. Trump twittert in dessen Hundefutter-Mythos rein: Diese Migranten verzehren nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Menschen. Da ist er, der Vorwurf des Kannibalismus, den wir ja historisch kennen. Er gehörte zu den Trivialmythen des Antisemitismus. Ich sehe, was da wieder hoffähig wird, und kämpfe mit meinem Brechreiz.

Gefallen tut mir die Reaktion der K. Harris, der farbigen Frau: sie verlacht den bösen Schwätzer. Das Netz folgt mit Hohn und Spott. Es ist ein befreiendes Lachen über eine furchtbare Entgleisung. Die Chance, dass diese Mentalität künftig wieder unseren Hegemon führt, steckt als Furcht fundamentalen Ausmaßes in den Knochen. Aber mein Vaterland ist nicht besser: Die Trumps sagen, was die Höckes denken.  

In Springfield soll es auf eine Einwohnerzahl von 60.000 eine Zuwanderung von 20.000 gegeben haben; ich bezweifle die Zahlen, leugne aber nicht das Problem. Das ist das eine. Das andere ist: Ich grüße meine Berufskollegin Karine Jean-Pierre, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, eine in gleichgeschlechtlicher Ehe lebende Schwarze mit haitianischem Wurzeln. Sie war nämlich mitgemeint, als der pfälzische Zuhältersohn D. Trump seine rassistische Überlegenheit gegenüber Haitianern zu demonstrieren suchte.