Logbuch
KINDER AN DIE MACHT.
Die grünen und gelben Gören dürfen sich jetzt einen Papa suchen. Armin oder Olaf. Mutti ist ja weg. Es stehen Elternhäuser bei den Schwarzen und den Roten zum patchwork bereit.
So geht FAMILIE heute. Die Kids suchen sich passende Eltern. Eindeutig waren für Erstwähler die FDP oder die GRÜNEN die Präferenz. Die Zukunft ist grün oder gelb oder beides; der neue MAINSTREAM. Mich freut das eine, weil ich das andere nicht verhindern kann. Ein guter Gegensatz, dieses GELB-GRÜN. Kann der INFANTILISIERUNG Grenzen setzen.
Selbstbewusst verabreden sich schon jetzt Sohn und Tochter zur Vaterwahl. Lindner will zunächst mit Baerbock reden. Bevor sie sich für Armin oder Olaf als Familienoberhaupt entscheiden. Das ist frech und gefällt mir sehr.
Eh klar, dass das Amt für Äußeres an Baerbock geht (sie kommt ja aus dem Völkerrecht) und die Finanzen an Lindner. Kanzler kann Armin so gut oder so schlecht wie Olaf; beide begeistern mich als Persönlichkeiten noch immer nicht. Aber AMPEL wäre mir lieber.
Was wirklich passiert ist? Der Zusammenbruch der Union als Volkspartei: IMPLOSION. Die Union war nie eine klassische Partei, sondern ein Kanzlerwahlverein; diesmal ohne Kanzler. Die SPD ist eine (wiedererwachte) Partei, aber als solche für die Opposition geboren; diesmal zum Regieren gezwungen. So einfach. Olaf Scholz hat die SPD am Selbstmord gehindert, weil die CDU ihn gerade schon vollführte. Das war sein Kalkül. Alle SPD-Erfolge im Land sind CDU-Niederlagen.
Nun also sind die Kids die Spielmacher. Hoffentlich verdaddeln sie es nicht. Mangelnde Ernsthaftigkeit ist beiden gegeben. Keine reifen Charaktere, der Christian und die Annalena. Postpubertär, beide.
PS: Ich mag den Grönemeyer, diesen Sänger aus Bochum, von wo ich ihn kenne, nicht. Und KINDER AN DIE MACHT ist natürlich blanker Unsinn. Eine triviale Version des ROMANTISIERENS von Kindheit, unter der wir seit der Romantik des 19. Jahrhundert leiden. Ein verlogener Kitsch…Wie die HARIBO-Werbung, wo Erwachsene albern Kinder geben. Peinlich.
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PARADOXIE DES ALTERNS.
Wir betreten die Erde in Windeln. Und wir verlassen sie, wenn es gut läuft, wieder in Windeln. Das sollte die notorischen VITALISTEN demütig machen.
Der allgegenwärtige Kult des Vitalen stimmt mich nachdenklich. Denn die Notwendigkeit der Fürsorge, die den Neugeborenen gehört, wiederholt sich, im glücklichen Fall des Alterns, bei den Hochbetagten. Das ist, verkürzt, das Thema PFLEGE. Wir erleben erstmals als Zeitgenossen, sprich simultan, eine ganze Generation zwischen 70 und 100. Und wir haben keinen Schimmer, wie es um sie wirklich steht.
Die Alten und die sehr alten Menschen schonen uns in der Frage, wie es ihnen geht. Sie möchten nicht zur Last fallen. Und die PFLEGE, wenn sie dürftig ist, geht nach den drei S: „satt, sauber, still.“ Mehr muss nicht; und bei manchen ist das schon viel. Respekt aber allen, die hier arbeiten!
Unsere Annahme, die der mittleren Generationen, ist, dass wir früher leben, als wir Verstand haben. Das ist die ROMANTISIERTE KINDHEIT. Und wir sehen, dass wir länger leben, als wir Verstand haben. Das ist das TABUISIERTE ALTER. Der Tunnelblick auf das Mittelfeld. Kein besonders nobler Standpunkt, finde ich.
Mein Alter Herr ist 98 und fühlt sich in seiner Pflege wohl, betont er. Sehr wohl. Er glaubt, er sei in Urlaub und lobt die Hotelwahl für die Ferien in diesem Jahr. Das empfinde ich als generös, dass er uns das so sagt.
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UNTER NIVEAU REGIERT
Wie wir regiert werden wollen? Gut! Die sollen das können können, die das dann machen wollen. Zumindest handwerklich.
Man kann sagen, was eine schlechte Regierung ist. Zumindest an Beispielen. In Berlin hat man es über Jahre nicht zustande gebracht einen FLUGHAFEN zu bauen. In der Metropole. Dabei war klar, dass das eine Behörde nicht kann. Schon gar nicht der R2G-Schlendrian an der Spree. Ich sage nur: MIETBREMSE.
Das Beispiel CORONA & PANDEMIE eignet sich nicht so recht. Zwar wurde ich in einem öffentlichen Impfzentrum von dem dortigen Personal oder einem anderen Patienten beim Impfen fahrlässig mit der Seuche infiziert (und es war kein Spaß), aber da bin ich als Staatsbürger zurückhaltend. So ganz schlecht waren dann die Mediziner in Forschung, Klinik und Praxen nicht. SPACKEN eingeschlossen. Ich denke nicht QUER, nie.
Dass die Deutsche Bahn, ein Staatsunternehmen, keinen halbwegs verlässlichen Verkehr zustande bringt, das aber ist ein Beispiel für SCHLECHTE REGIERUNG. Denn das wäre besser möglich. Stattdessen zeigt sich der Bahntower in politischen Posen und im vollen Zug, verspätet, aber ohne Service, trägt nicht mal das Personal Maske. Dafür duzen sie mich im Internet, weil ich ja ihr Buddy bin. Übergriffig.
Und diese neue Gasleitung, die uns direkt von Russland aus mit GAS versorgt, die ist ein Beispiel für GUTES REGIEREN. Man muss hier den Zusammenhang zum Weltölmarkt verstehen und dessen Beziehung zum Weltfrieden. Ich finde die Lieferverträge mit der Gazprom richtig. Good Governance.
Die FLÜCHTLINGSKRISE 2015 war ein Beispiel für miese Regierungsqualität. Man öffnete als Staat im Federstrich die Grenzen und ließ dann die Kommunen mit den Folgeproblemen allein. Nicht mal die INNERE SICHERHEIT wurde staatlich garantiert. Da ließ man dann Türsteher als SECURITY agieren. Was Merkel mit „Wir schaffen das!“ meinte, war: IHR SCHAFFT DAS. Eine Zeitgeist-Marketenderin, diese Mutti.
Das Gehabbel zur KERNENERGIE (raus, rein, raus) fand ich falsch… aber ich schreibe mich in Zorn. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht kriegen wir ja eine gute Regierung, die gut regiert. Vielleicht.
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IHRE GNADEN.
Im Skandinavischen duzt man sich, eine Anrede mit dem Vornamen eingeschlossen; alles andere wäre auch eigenartig, während man nackt in der Sauna sitzt und sich mit Birkenzweigen malträtiert. Ich war auf einer Norwegenreise mit dem damaligen Ministerpräsidenten Niedersachsens, dem späteren Kanzler der Agenda, den ich als Genossen duzte, als ich meinen Mitarbeitern das Du anbot, was eine einzelne Zicke ablehnte. Die Printe wollte von ihrem Vorgesetzten weiterhin gesiezt werden. Geht gar nicht. Ich kann doch nicht den Kanzler duzen und zu der Ziege „Sie“ sagen…
Mit den Kurialien ist das so eine Sache, auch nachdem nicht mehr eine adelige Durchlaucht von ihrem gehorsamen Diener adressiert werden muss oder Spektabilitäten in akademischen Talaren auftauchen. Und damit meine ich nicht die Albernheiten um Personalpronomen diverser Identitäten. Der stets um gute Manieren bemühte Moritz Hunzinger macht mich hier darauf aufmerksam, dass es ein „hanseatisches Duzen“ gebe, sprich die Anrede mit dem Vornamen und anschließendem Siezen. Das sei gediegen. Da, lieber Moritz, darf ich Sie korrigieren.
So redet der Spießer mit seinem Frisör. Da ist mir noch das Gutsherren-Du lieber, bei dem der Nachname fällt und dann geduzt wird. „Kocks, schreib' das mal auf!“ So die Ansage von Rudolf von Bennigsen an den jungen Herrn Dr. Kocks. Wo wir bei Titeln sind: Ordentlich promovierte Akademiker werden mit Titel angesprochen; ersparen sich das aber untereinander. Bleiben wir bei den Beleidigungen. Der Pluralis Majestatis („Wir, Wilhelm, Kaiser von Gottes Gnaden“) ist zur Bescheidenheitsmehrzahl verkommen, dem pädagogischen Gebrauch der 1. Person Plural, die wiederum ihre niederste Niederung im Krankenschwester-Wir findet: „Hatten wir heute schon Stuhl?“ Tiefer kann man nicht sinken.
Die Christen titulieren sich als Brüder und Schwestern, die Freimaurer als Freunde, die Roten als Genossen; das alles sind Binnenregeln, Zutraulichkeiten in der „peer group“; und sei es nur das „Bro“ unter den Ghetto-Kids. Diese Nähe hat bei näherer Betrachtung etwas Miefiges. Der Gentleman liegt Wert auf einen angemessenen Achtungsabstand. Das gilt sozial auch nach unten. Man siezt seinen Gärtner und allemal den Handyman.
Wo wir beim Hanseatischen waren: „Der Mensch ist Hamburger. Alles andere sind Frisöre!“ Gehört in Övelgönne, wo man Törchen steht: „Cave carnem“, weil dort selbst der Einbrecher ein Latinum hat. Gefällt mir.