Logbuch

DAS BÖSE.

Wie das Böse in die Welt gekommen ist?

Das ABSOLUT Böse? Keine Frage für denjenigen, der an die HÖLLE glaubt und den TEUFEL. Wem der Aberglauben gegeben, der fühlt sich zur Entschiedenheit eingeladen.
Das Gegenteil der Liebe, des EROS, das ist die Leidenschaft der Vernichtung. Der THYMOS. Mich fasziniert beim Studium von EHRENKRIEGEN in Süditalien nicht das Ausmaß der VENDETTA. Der Zornige verliert jedes Maß und Mittel; das macht ihn ja so gefährlich. Eh klar. Nein, erstaunlich ist, wie gering die Anlässe für all das Blutvergiessen sind. Albernste Kleinigkeiten stehen am Anfang kolossaler Schäden. Der THYMOS (Zorn, Rache, Vergeltung) ist eine nukleare Kettenreaktion. Es bedarf des MODERATOREN (für die Kernphysiker unter uns).

Man bringt seitens der rasend Beleidigten immer wieder den Begriff der EHRE hervor und der EHRVERLETZUNG. Das ist aus der gut besetzten Abteilung „Rechtfertigung“ der Beleidigungsbereiten. Sie lungern geradezu nach Zornesanlässen. Liegt in der Natur des Menschen, jedenfalls des Mannes. Begonnen hat es mit BLUTRACHE, der primitivsten Regung der Primitiven. Das vermag sich bis zum RASSISMUS zu versteigen, der primitivsten Politik aller primitiven. Und am Ende dem VÖLKERMORD. Auch dazu kennen wir Beispiele in meinem Vaterland.

Zurecht wird wieder die Wehrbereitschaft gelobt. Aufrüsten! Gegen das Böse. Ja, ich weiß. Dem THYMOS ist aber durch THYMOS nicht zu begegnen. Staaten haben zudem keine Ehre. Sie haben auch keine Werte. Staaten haben Interessen. Selig, wer mit niemandem einen Ausgleich suchen muss. Nachbarn müssen aber. Der vernünftigste Ausgleich von Interessen ist Handel. Handel setzt Besitz voraus. Besitz verlangt Respekt. Da ist er, der Zusammenhang von Freiheit, Recht und Eigentum.

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KEEP CALM.

Die Ruhe bewahren. Und weiter machen. Eine Losung der braven und bravourösen Tommys. Weil diese Ruhe das erste ist, das die Kriegswütigen ihren Gegnern nehmen wollen.

Es ist egal, welche Kriegspartei dafür die Verantwortung trägt: Die Einbeziehung eines großen Kernkraftwerkes in die Kampfhandlungen, sollte sie in der Ukraine tatsächlich erfolgt sein, ist keine gute Nachricht. Und ein weiterer Grund, die Nerven zu behalten.

Ich war mal in einer völlig zivilen Kommission für Große Talsperren. Die gab es in der Stromwirtschaft. Warum? Weil die Talsperren als Objekte für Terror eine echte Gefahr darstellen können. Jedenfalls für das Tal darunter. Da ist die Sintflut auch mit kleinen und alten Waffen leichterdings herbeizuführen. Oder einer Drohne. Denkt ja niemand dran, der mit Badehose und Sonnenbrille auf dem Stausee surft. Die Sicherheit der Energieversorgung ist immer ein politische Frage, nie nur eine technische. Auch bei der so netten Wasserkraft. Also immer.

Mir gefällt übrigens der Ton in der deutschen Regierung; das muss ich mal sagen. Ich ziehe früheren Spott über die Politiker der Ampel zurück. Meinen Respekt! In der Ruhe liegt die Kraft. Keine Meldung, weitermachen!

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GESCHWÄTZIGKEIT.

Wenn Bücher diktiert sind, statt geschrieben, so verleidet das vieles. Sie plappern. Ein gutes Buch kommt schwerfällig daher. Wie ein Bergsteiger kurz vor dem Gipfel, sich abkämpfend. Es tänzelt nicht.

Ich hadre mit dem Buch, das ich gerade lese. Es ist geschwätzig. Verliert sich in Details. Beim Lesen bemerke ich den Übergang von einem Zettel des Autoren auf den nächsten. Wie bei UMBERTO ECO, dessen Karteikarten man noch in der Verfilmung der Kolportagen bemerkte. In ein Diktiergerät gelesene Karteikarten, stupide abgetippt, die der Lektor dann einfach durchwirkt. Eitle Geschwätzigkeit.

Über den berühmten Dichter CHARLES DICKENS, dem wir „Oliver Twist or The Parish Boyˋs Progress“ (1837 - 1839) oder Herrn Ebenezer Scrooge, den Geizigen, verdanken, hat GEORGE ORWELL („Farm der Tiere“) einmal gesagt, dass er ein Genie der Nebensächlichkeiten sei. Das hängt mit einem Erzählstil zusammen, der sich nicht auf den Fortgang der Handlung konzentrieren kann. Bei jeder unpassenden Gelegenheit erlaubt sich der Erzähler die Schilderung von Umständen, die nicht nur nebensächlich sind, sondern einfach gar nichts mit dem zutun haben, woran die Spannung hängt. Ausflüchte und Ausflüge in dieses und jenes; ja, nicht uninteressant, aber eben auch nicht wirklich wichtig.

So ein Mensch saß gestern Abend am Nachbartisch des Kursaals, in dem ich speiste. Es gab Lachstartar, halben Hummer, Weinbergschnecken und pochiertes Ei zu Riesling. Ausgezeichnet. Und ich konzentrierte mich auf mein Essen. Aber, dem Himmel sei es geklagt, der Kerl sprach laut zu seiner Frau, sehr laut, und er brachte nichts zu Ende. Wie ich Geschwätzigkeit hasse. Ich hätte statt des pochierten Eis lieber das Ochsenbäckchen nehmen sollen. Aber so viel Appetit hatte ich dann auch wieder nicht. Kein Dessert, aber eine kleine Creme Brûlée zum Espresso, sehr nett.

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WAS WÄRE WENN.

Ich habe geträumt, bös geträumt, wie ich vor einer flämischen Fettbraterei („flamse frituur“) in der Schlange stehe und auf meine Portion öliger Pommes warte. Allein unter lauter Männeken Piss. Ich war emigriert. Nach Belgium, in den Horror Europas. Der Alptraum begann aber nicht bei den kleinen Kartoffeln, sondern in der großen Politik.

Was wäre, wenn die AfD-Prinzipalin Alice Elisabeth Weidel deutsche Bundeskanzlerin würde? Wir nehmen mal an, dass der Fall einträte. Der „Kampf gegen Rechts“ wird mit einem solchen Grad an Diletanz geführt, dass dies nicht prinzipiell ausgeschlossen werden kann. Jedenfalls ist Frau Saskia Esken von der EsPeDe nicht die Heroine, die das zu verhindern wüsste.

Ich würde auswandern. Meine Wahlheimat wäre das Land, in dem die Zitronen blühen, Italien. Ups. Da träfe ich auf Frau Giorgia Meloni, die politische Enkelin des Duce, eine Frau mit faschistischen Wurzeln, jetzt erfolgreich als Ministerpräsidentin. Da kann ich auch bei den Kartoffeln bleiben. Dann ins Geburtsland der bürgerlichen Freiheit, nach Fronkreisch. Kaum angekommen in Paris, kommt Marine Le Pen an die Macht, die Tochter eines Faschisten. De rien, wie der Franzmann sagt, war auch nix.

Den Rat eines Freundes, doch nach Wien zu ziehen, mag ich nicht ernstnehmen; dort sind die Freiheitlichen die stärkste Fraktion im Parlament. Da könnte ich auch gleich in die Ostmark emigrieren und mich dem Ungarischen ergeben. Wer würde eine Donaumonarchie wollen, um dem Deutschnationalen zu entfliehen? Nach England komme ich nicht rein, da auch Labour nicht wagt, den Brexit-Irrsinn aufzuheben.

Also wächst in mir die Hoffnung aller Exilanten, nämlich die, auf Ellis-Eiland in der Schlange zu stehen und dann in Eida-Hoo Kartoffeln abzubauen. Dazu dürfte Donald Trump aber nicht die Wahl gewinnen; denn für seine Einwanderungspolitik bin ich zwar weiß genug, aber zu alt, um noch wesentlich zur Überlegenheit der Rasse beizutragen. Für Singapur bin ich nicht vermögend genug. Bliebe noch Belgien; das Land hat eine deutschsprachige Minderheit. Von den dort notorischen Pommes ernährt sich auch eine gelernte Kartoffel störungsfrei.

Der Belge nimmt allerdings „Sauce Special‘; das ist Ketchup mit Majo und reichlich rohen gehackten Zwiebeln. Ekelhaft. Können wir bitte darauf verzichten, Frau Weidel zur neuen Merkel zu machen? Danke.