Logbuch
SPARTACUS.
Bürgerkrieg also, Anarchie. Fassungslos blicke ich nach Frankreich, wo der Mob der Vorstädte wütet. Ja, wir werden über die Ursachen der Gewalt reden, zunächst aber reden wir über sie selbst. Und über den „flic fasciste assassin“.
Hätte man Karl Marx gefragt, so hätte er den Aufstand der Halbstarken mit SPARTACUS verglichen, dem römischen Aufstand der Sklaven. An Engels hatte er geschrieben, der Gladiator sei „der famoseste Kerl der ganzen Antike“. Mir sind Vokabeln wie Mob unterlaufen, um die Rebellion der jungen Zuwanderer muslimischen Glaubens zu benennen. Fraglich, ob das angebracht ist. Famose Kerle oder üble Jugendbanden? Dünnes Eis.
In den Vorstädten wurde ein Ghetto geschaffen, dass junge Männer einer verunglückten Migration weiter fehlleitet. Der Straßenkampf wird ihre Probleme nicht lösen, sondern verschärfen; für viele wird das der Übergang von der Nebenerwerbskriminaltät ins regelrechte Milieu, dessen Gewalt sich irgendwann auch gegen die Bandenmitglieder selbst richtet. Crime eats crime. Zu wünschen wäre es, dass die neue Heimat Frankreich den Algerischen Zuwanderern ermöglichte, neue Wurzeln zu schlagen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das sozialpolitische Versagen der Grande Nation ist offenkundig.
Auch polizeilich ist das nicht in Ordnung. Sich einer Führerscheinkontrolle zu entziehen, rechtfertigt nicht die Exekution des Delinquenten. Hier ist die Parallele zu den USA, wo man das Triviale erwähnen muss, nämlich dass schwarze Leben zählen, weil es im Alltag nicht trivial ist. Man braucht gegen die Clankriminalität aus Parallelgesellschaften ein anderes Polizeikonzept als den Einsatz der Fremdenlegion im Inneren. Insbesondere in einem laizistischen Staat mit kolonialer Vergangenheit.
Und was sage ich zur staatlich tolerierten Koranverbrennung in Stockholm? Ich sage: Wir verbrennen keine Bücher. Wir erschießen keine Verkehrssünder. Wir akzeptieren, dass Migration eine sozialpolitische Bringschuld hat. Wir schicken den algerischen SPARTACUS zur Schule und geben ihm einen anständigen Job. Und er sich dann ein Auto und einen Führerschein. Und den kann der „flic fasciste“ dann kontrollieren. Vive la France!
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AGENDA.
Die Agenda-Politik hat dem damaligen Kanzler Gerd Schröder viel Kritik eingebracht, allzumal aus den eigenen Reihen. Zu Unrecht. Die Geschichte hat ihr abschließendes Urteil über ihn noch nicht gesprochen.
In den Sozialen Medien denunziert ein ehemaliger Regierungssprecher ihn jetzt, weil er morgens um 11 im Einstein Wein trank. Das ist klein. Ich könnte auch etwas zu seinen geschäftlichen Aktivitäten in Russland sagen, werde es aber nicht tun. Erstens bin ich Insider und zweitens halte ich das nicht für vorwerfbar, was er nach dem Ausscheiden aus dem Amt als Geschäftsmann tut. Die Amtspflicht endet mit dem Amt.
Aber da ist ein Stigma, wie bei Tony Blair. Überhaupt wäre das der angebrachte Vergleich. Wie hat es Blair geschafft zur Unperson zu werden? Nun, all das hindert Friedrich Merz, den leeren Anzug aus Brilon, nun nicht, sein politisches Konzept wörtlich AGENDA FÜR DEUTSCHLAND zu nennen, kurz: AfD. Alter!
Merz ist nicht nur minderbegabt, ihm fehlt auch noch die Fortune. Wer rät dem Mann? Gerd hatte damals Doris geraten; sie gilt als die Mutter des Agenda-Begriffs. Merzens Gattin, das ist die Charlotte. Man weiß nicht, was sie ihm rät, die Lotte aus Brilon. Am Ende eine Lotte aus Weimar?
Wenn die SPD unter dem Weichei Lafontaine die Abspaltung der Linken hat ertragen müssen, so ist ihr gelungen, was Merzens wirkliche AGENDA wäre. Sie hat den undemokratischen Auswuchs aus ihrem Blut klein gehalten. Die LINKE ist marginalisiert. So, Fritze, das jetzt bitte mit den Bastarden aus Deinem Blut. Ringe die Braunen nieder.
Das wird nichts. Der Schwarze will sich ersatzweise lieber an den Grünen reiben. Da glaubt er leichtere Beute machen zu können. Eine AGENDA kann man sich aber nicht wünschen. Die kriegt man von der Wirklichkeit vor die Tür gelegt. Merz kneift.
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ICH WAR MUTTI.
Die ewige Kanzlerin lässt die Mitarbeiterinnen in ihrem Büro Material sammeln für die Autobiografie. Das Gerücht erreicht mich aus sicherer Quelle. Finanziert von unseren Steuern und dann autorisiert von MUTTI selbst.
Wenn sie das so geschickt macht, wie der vorübergehende BILD-Chefredakteur Kai Diekmann („Ich bin Kai“), dann wird es ein Verkaufsschlager und könnte die verbratenen Steuern wieder einspielen. Aber ich bin da nicht kleinlich. Da war ein harter Job. Von mir aus soll die Knete in die Sammlung grusinischen Weinbrands fließen, die ihr Göttergatte unterhält.
Wenn die Fakten gesammelt sind, steht die fiktionale Frage an: Welches literarische Konzept? Ich habe eine Idee: KATHARINA DIE GROSSE. Erstens kam die Katharina II auch aus Meck-Pomm, zweitens war ihr Gatte Peter III eine Knallcharge, drittens betrieb sie einen protestantischen Absolutismus: passt schon mal alles.
Unterschiede sind der aktuellen amerikanischen Intervention geschuldet: Katharina II zog von Stettin nach Russland; das war ihr und Gerd Schröder dann doch nicht vergönnt. Obwohl beide im Amt hinreichend Vorkehrungen dafür getroffen hatten. Halt, das war jetzt gemein. Ich nehme das zurück. Jedenfalls, was Schröder angeht; dessen Historie noch nicht geschrieben ist.
Anmerkungen hätte ich aber aktuell schon zu Schröders Adlatus Steinmeier, der gerade das PFLICHTJAHR der Nazis wieder einführen will; aber das ist, wie Kipling sagt, eine andere Geschichte.
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UNMUSIKALISCH.
Mangels einer Begabung und frei von jeder musikalischen Erziehung kann ich nicht singen. Entgegen der Behauptung des Chorleiters in meinem Dorf, dass jeder könne, wenn er wolle, sage ich: Das ist mir nicht gegeben; ich lasse es. Trotzdem habe ich gelegentlich Lieder im Kopf, meist aus Kindheit und Pubertät.
Gestern, am 11.11., komme ich in der großen Stadt bei der Heimfahrt vom Potsdamer Platz in einen Stau. Blaulicht am frühen Abend, dann sehe ich erste Fackeln.
„Ich geh mit meiner Laterne
Und meine Laterne mit mir
Dort oben leuchten die Sterne
Hier unten leuchten wir.
Mein Licht geht aus; wir geh'n nach Haus
Rabimmel, rabammel, rabum.“
Lassen wir mal die Frage offen, warum St. Martin dem Bettler nur den halben Mantel gegeben hat, ich erlebe Brauchtumspflege. Der türkische Taxifahrer sagt: „Meine zwei Kinder gehen auch mit!“ Die Liebe zur neuen Heimat.
Am Potsdamer Platz waren die ersten Stände des Weihnachtsmarktes aufgebaut und Glühwein duftete. Mit Schuss, versteht sich. Ich höre: „Last Christmas, I gave you my heart. But the very next day, you gave it away. This year, to save me from tears. I′ll give it to someone special.“ Der rundheraus unerträgliche Weihnachtskitsch setzt ein. Aber er rührt natürlich die Herzen der Nation. Eigentlich schwer zu verstehen, wieso die kärgliche Geburt Christi eine solchen Massenwahn der Gemütlichkeit auslösen konnte, aber die „Bescherung durch das Christkind“ hat unsere frühen Jahre geprägt.
Man muss hoffen, dass nicht wieder ein drogengestützter Islamist an einen LKW kommt, den er in einen Weihnachtsmarkt zu steuern weiß. An der Sache stimmt was nicht, wie bei den Flugzeugen von 9/11, finde ich bis heute; aber das ist, wie Kipling sagt, eine andere Geschichte. Wieder in meiner Kemenate schalte ich den Fernseher an und sehe Bilder aus Mainz und Köln. Am 11.11. ist dort den Hoppeditz sein Erwachen. Oder war das Düsseldorf?
„Einmal im Jahr geht es drunter und drüber, denn einmal im Jahr sind wir alle verrückt
Und dann wird man geküsst, und man küsst immer wieder, man schunkelt man lacht und man sagt ganz entzückt:
Du darfst mich lieben für drei tolle Tage, Du musst mich küssen, das ist deine Pflicht.
Du kannst mir alles, alles Schöne sagen, nur nach dem Namen frag mich bitte, bitte nicht.
Nur nach dem Namen frag mich bitte, bitte nicht.“ Steiler Anstieg der Geburtenrate zu erwarten. Kuckuckskinder.
Ich denke über den Begriff der Brauchtumspflege nach. Eine Kultur ist ja in ihren Grundfesten geprägt durch Sitten und Gebräuche. Daraus den Schluss zu ziehen, dass wir vernunftbegabte Wesen sind, scheint mir gelegentlich etwas kühn. Jedenfalls am 11. November. Aber, wie gesagt, ich bin unmusikalisch.