Logbuch

DAS MERKEL-BUCH KOMMT.

Wer dem Gemeinwohl brav gedient hat, der darf danach Kasse machen. Das Obama-Buch wird zehn Millionen Honorar gebracht haben. Die Autorin Angela tut es für weniger. Es geht ihr um mehr.

Zum Naturrecht braver Beamter und keuscher Politiker gehört es, dass man für die Entsagungen des Amtes im Ruhestand entlohnt werden will. Böse Zungen sagen: Das Keuschheitsgelübde ist abgelegt, jetzt beginnt die ALTERSPROSTITUTION. Die schon immer Schamlosen (heimlich) gehen jetzt (öffentlich) unter die Laterne, sprich auf den Straßenstrich. Und manche vom denen wollen durchaus, dass dies bemerkt wird.

Ich könnte hier Dinge vom englischen Premier Tony Blair erzählen, respektive der Kanzlei seiner Frau, die mir niemand glauben würde; jedenfalls keine Sozialdemokraten. Der Rubel rollt, sagt man wohl. Bescheidenere Seelen haben eine Stiftung, damit der Obolus nicht sichtbar den eigenen Vorgarten dünkt. Aber GELD ist nicht alles. Helmut Kohl etwa, eine besondere banale Gestalt unter den Tragischen, ging es nicht um BIMBES für seine privaten Vergnügungen, die banal genug waren. Nicht GELD ist das Thema der Abgesetzten, sondern GELTUNG.

Die radikale Pragmatikerin Merkel will RECHT BEHALTEN. Mich würde nicht wundern, wenn es bei Frau Baumann eine eigene kleine Ablage gab, in die Kopien von Kalendern und Reden und Dokumenten wanderten, die für eine AUTOBIOGRAFIE nützlich sein könnten; seit Jahren. Aktenzeichen „Apokryphe“. Weil, wer immer nur gewerkelt hat, was zu werkeln war; und zwar so, dass die eigene Macht erhalten blieb, den plagt am Abend nach dem DURCHWURSCHTELN die Sorge, wie das wohl vor Gott aussieht. Das ist der ernste Kern des Knef-Liedes, nach dem man gehalten haben will, was versprochen war.

Ja, so ist sie, die GETTO-BOXERIN aus dem Osten: sie will es gottgefällig gemacht haben. Genau das werden wir aus den 800 Seiten (interne Verlagsplanung) lernen. Das Duo Merkel-Baumann will keinen Ghostwriter, weil sie keinem Confidenten trauen. Selbst die Lektorin ist von ihnen bestimmt; sagen die Gerüchte aus dem Verlag. Küchenkabinett: Du kriegst die Boxerin aus dem Getto, aber niemals das Getto aus der Boxerin.

Bleibt die Frage nach dem Titel. Nein, WIR SCHAFFEN DAS wird es nicht. Ich tippe auf WAS VOM TAGE ÜBRIG BLIEB.

Oder etwas Biblisches. Man schaue in die Sprüche Salomons. Oder auf den Grabstein von Johannes Rau. Es wird ein Wort Jesu. Die „Maria Magdalena Merkel“ (sic) will GELTUNG vor GOTT, sagen mir kluge Kenner.

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AUTONOMES FAHREN.

Wenn das Auto automatisch fährt, nennen die TESLA-IDIOTEN eben dies autonom. Na gut, aber es wird klappen. Auf Autobahnen und unter 80km/h.

Kein Computer der Welt kann kalkulieren, was man machen muss, wenn ein Rentner in einem Opel aus Erfurt mit 47 km/h die Spur wechselt und sich von hinten ein Zahnarzt in einem Porsche aus Immendingen mit 240 km/h nähert, während ein Laster aus Mladá Boleslav mit Tempomat auf 110 km/h auf seinen Vordermann aus Krakau auffährt, der gerade seine Kaffeekanne mit sehr heißem Gebräu über die eigene Hose gegossen hat.

Automatisierung heißt Reduktion von Komplexität, insbesondere Standardisierung von Abläufen. Weniger Varianten. Das geht nicht in Innenstädten, in den auch nachts unbeleuchtete Fahrräder mit drogengestützten Anarchos wie wild durch Fußgänger und Autostaus donnern und hinter LKWs herrufen „Abstand!“, bevor diese sie im toten Winkel unter die Räder nehmen.

Ich bin gegen Tempolimit; aus Prinzip. Und ich weiß, es wird kommen. Weil beim AUTONOMEN FAHREN der Rechner das Sagen hat und der kann anders gar nicht arbeiten. Egal, was die FDP sagt. Computer können nicht das Berliner Chaos. Und das Berliner Chaos kann nicht Computer. Deshalb war es ja auch völlig vermessen, hier einen Flughafen betreiben zu wollen. Dieses ist die Stadt vom BIMMEL-BOLLE. Der lieferte eine Glocke läutend Milch mit Pferdekarren aus. Und aus.

Lehrsatz der Kybernetik: Ab einem gewissen Komplexitätsgrad der Regelstrecke ist dies nicht mehr durch eine Erhöhung der Komplexität des Reglers aufzufangen. Satz vom Regelparadox.

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WOHLSTANDSTROTZ.

Selten genug, dass man einer Pressemeldung der Polizei einen erhellenden BEGRIFF entnimmt. Die Impfidioten zeigten WOHLSTANDSTROTZ, sagen klug die Bullen.

Sie erleben, von unnötigem Ärger bis zum blanken Terror, VERÄNDERUNGSVERLIERER, die der Gang der Geschichte ins Irre verlockt hat. Dazu legen landsmannschaftliche Charaktere wohl eine besondere Grundlage. Man hört solches aus Schwaben und aus Sachsen. Begrifflich: Kleinbürgerliche Reaktanz mit subproletarischer Weiterung. Mob. Faschos. Weiter ergründen will ich das gar nicht. Wir im Pott (rheinisch-westfälischer Stadtbezirk, Montanindustrie, Knappschaft) sind anders. Wäller (die mit dem kalten Wind) wohl auch.

Jetzt eine Funktionärin von VERDI im Berliner Fernsehen, die Pflegekräfte vor der Zumutung schützen will, sich gegen Corona impfen zu müssen; wohlgemerkt professionelle GARANTEN der Gesundheitsversorgung. Ich kenne einen Fall, in dem eine Mutter im öffentlichen Impfzentrum unmittelbar vor der Impfung mutwillig infiziert wurde, weil die dortige Medizinische Fachangestellte darauf verzichten zu können glaubte; kein leichter Verlauf, knapp genesen.

Dann ist einem nicht mehr nach Felix Navidad oder Lars Kristmess. Eher nach Herr Rhodes.

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GIPFELSTURM.

Die Schlafmütze vom Kopf gerissen, singe ich unter der Dusche. Sehr selten sowas. Jetzt doch: „Im Frühtau zu Berge wir gehn, fallera, es grünen die Felder, die Höhn, fallera. Wir wandern ohne Sorgen singend in den Morgen, noch eh' im Tale die Hähne krähn. Ihr alten und hochweisen Leut, fallera, ihr denkt wohl, wir wären nicht gescheit, fallera.“ Ein Fall von ewiger Jugend. Zu einer Jahreszeit, die eigentlich der Besinnlichkeit und Glühwein gewidmet sein sollte.

Die Euphorie hat ihren Grund darin, dass wir in wenigen Wochen an die Wahlurnen treten dürfen, genau gesagt am Geburtstag von Britta Ernst, wie ihr Gatte zur Wahlkampferöffnung auf politischer Bühne erklärt. Das Siechtum des vermaledeiten Dreiers namens Ampel hat ein Ende; alle Parteien treten mit Kanzlerkandidaten vor den Souverän. Ich empfinde Luis-Trenker-Lust. Man will Deutschland wieder groß machen. Make Germany Great Again. Was die Amis konnten, werden wir ja wohl auch noch hinkriegen. „Im Frühtau zu Berge!“

In meine Pfadfindereuphorie mischt sich ein zweites Gefühl. Was MAGA in Amerika war, das passt nicht so richtig in die politische Harmonielehre meines Vaterlands. Der Franzose mag von der Grande Nation reden, der Engländer davon, dass er jetzt wieder die Wellen beherrscht; wenn der Germane von Großdeutschland singt, stockt der Atem. Da bleiben wir doch lieber bei Brittas Geburtstag. Zudem fällt die Konkurrenz leichter; neulich sah ich Charlotte Merz öffentlich agieren; das war nicht von überbordendem Charme.

Reden wir von Privatem? Entschieden nein. Ich halte es für eine unbedingte Tugend, die Familie aus der politischen Auseinandersetzung herauszuhalten, vor allem die Kinder und Enkel. In einer anderen Welt sind wir freilich, wenn die Gattin zum Aushängeschild gemacht wird, wie wir das aus Amerika kennen. Mir wäre lieber, wenn wir über die Sache redeten und nicht einen Schaulaufen der Gefühle. Was gegen Frau Alice Weidel spricht, ist ja nicht, dass sie in einer lesbischen Ehe Kinder in der Schweiz großzieht. Daran ist nun gar nichts auszusetzen.

Richten wir also unsere Augen und Ohren auf die Sache! Von meiner Nase würde ich jetzt mal absehen wollen, weil mir der Geruch von Mottenpulver nicht aus dem Sinn geht. Die Akteure riechen alle, als habe man sie im Fundus der Komischen Oper eingekleidet. Selbst wo es um die Rolle des Jugendlichen Liebhabers geht, wirken die Herrschaften verkleidet. Von der Mission Silberlocke der Linkspartei ganz zu schweigen; Possen aus dem Altersheim. Irgendwie ist meine Sehnsucht nach Gipfelsturm unerwidert. In diese Lethargie des deutschen Michel passt ein neues Buch. Angela Merkel erläutert, wie sie dieses Land in eine lustlose Duldungsstarre versetzt hat. Das Gift wirkt nach.