Logbuch
EIGENLOB STINKT.
Früher galt es in der PR als peinlich, Eigenlob auszusprechen. Das hat sich offenbar geändert. Es gibt ganze Medien des Narzissmus. Noch immer peinlich.
Niemals hätte ich als PR-Chef eines Unternehmens öffentlich erklärt, dass mein Vorstandsvorsitzender ein toller Boss ist. Erstens eine alberne Selbstbewahrheitung. Zweitens eine protokollarische Zumutung. Was sonst hätte man denn sagen können? Als MIETMAUL.
Nie hätte ich als Presse-Chef eines Konzerns einen Journalisten öffentlich gelobt, der über mein Haus geschrieben hat. Weil er über meinen Laden geschrieben hat. Vielleicht, in sehr seltenen Fällen, getadelt, aber nie gelobt. Zum Freuen ging man in den Keller.
Nie hätte ich behauptet, der Schlauere zu sein. Ich bin mit der Aussage, schlicht keine Ahnung von Autos zu haben, blendend in der Auto-Industrie zurechtgekommen. Gebogenes Blech interessierte mich eigentlich nicht. So macht man andere (!) berühmt. Das ist der Gegenstand von PR: verdeckt FREMDLOB zu BEWIRKEN.
Never ever hätten wir, die Spin Doktoren, öffentlich über Kommunikation im Sinne Strategischer Kalküls gesprochen und unsere PARTNER AUF DER ANDEREN SEITE, sprich die Pressevertreter, zu kleiner Münze gemacht. Ihnen einen Nuttenorden umgehängt. Ein guter Journalist ist der Gegner der PR-Leute, nicht deren billiges Liebchen.
Das alles hat LINKED-IN verändert und das Vordringen von ambitionierten Journalisten in die PR, ein Geschlecht der Übergelaufenen, denen die Eitelkeit nun aus allen Knopflöchern quillt. Selbst gekaufte (!) Presse präsentieren sie stolz in den Sozialen Medien, und zwar mit deutlichem Eigenlob. Paaah.
Standesehre der PR? Der Journalist ist nie mein Feind, aber immer mein Gegner. Ich achte, dass er publizistisch eine gegenläufige Rolle zu spielen hat. Das ist ein KONSTITUIVER RESPEKT. Diese vordergründigen Lobhudeleien sind allenfalls Werbung, niemals PR.
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DAS KANN WEG.
In der Stadt Berlin bauten diverse Regime sich ihr SCHLOSS, seit dem 15. Jahrhundert. Thema STADTSCHLOSS. Die DDR zeigte, wie man damit umgeht. Sprengen. Vorbildlich!
Thema THEME-PARK. Ich finde ja, dass der Europa-Park in Rust im Kleinen so ist wie Berlin im Großen , nur wesentlich besser geführt. Die vergnügungswillige Familie Mack in Rust kann, woran Rot-Rot-Grün in Berlin notorisch scheitert. Aber das ist, wie Kipling sagt, eine andere Geschichte.
Am Ende einer endlosen Baustelle, UdL genannt, da steht der aktuelle Höhepunkt dieser „Prachtstraße“ Unter den Linden, das neue STADTSCHLOSS. Ein Mehrzweckhalle unsäglicher Architektur, in der als Ausstellung lungert, was andernorts wegmusste. Beutekunst zum Beispiel, die nun als sein angebliches Forum den Namen HUMBOLDTS entehrt.
Die Fürsten der Hohenzollern hatten hier auf der Spree-Insel über Jahrhunderte in unterschiedlichen Ruinen geprotzt, von Friedrich dem Eisenzahn bis Wilhelm II, dem Einarmigen. Exzesse im Barockstil. Walter Ulbricht hat das nach dem Krieg gesprengt und den potthässlichen, aber absolut typischen PALAST DER REPUBLIK an diesen Ort gestellt. Diesen wiederum haben die Wessis nach der Wende wegesprengt. Angeblich wg. Asbest, was ich für eine Lüge halte. Das war SIEGERLOGIK.
Nun also MERKELS DISNEYLAND. Obwohl noch unter Kanzler Schröder geplant, gilt das Monstrum als repräsentatives Symbol des MERKELSCHEN MATRIACHATS. In der Genialität eines überdimensionierten Parkhauses mit barocken Applikationen steht das 800 Millionen teure Unding für die Geschichtsvergessenheit dieses letzten Regimes.
Möge künftigen Generationen nicht der Sprengstoff ausgehen.
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DER LEUTSELIGE.
Fast schon Mitleid mit Laschet. Die Konservativen lassen ihn politisch verrecken. Politik ist grausam gegen Verlierer. Um zu gewinnen, da war Armin eben nicht grausam genug.
Laschet ist leutselig. Das sind historisch Großgrundbesitzer, die mit ihren Leuten, den Tagelöhnern, gut können. Das sind jene Feldherren, die von ihren Leuten, den gemeinen Soldaten, gemocht werden wollen. Das Konzept des beliebten Vaters: PATER FAMILIAS. Armin wollte mit seinen Leuten selig werden. Er ist ein katholisches Weichei. So einer, fand der Wähler, kann nicht Kanzler.
Und was ist mit seiner alten Freundschaft zu Christian Lindner, dem FDP-Chef, aus Düsseldorfer Tagen? Essig ist. Freundschaften in der Politik? Paaah. Der Traum von JAMAIKA, der netten Familie von Schwarz-Grün-Gelb, hätte einen schwarzen Vater mit Autorität gebraucht, die aber fehlt dem Leutseligen. Seine Kampagne war ein einziger Eiertanz. Schande über seine PR-Leute.
Wir kriegen also die AMPEL unter Scholz. Ich persönlich bin von der Persönlichkeit des Olaf Scholz noch immer nicht überzeugt, aber das zählt nicht. Er hält seine Rolle durch. Die AMPEL-Parteien halten geradezu vorbildlich Disziplin. Lob an die drei Generalsekretäre, insbesondere an diesen LARS FALLBEIL von der SPD, gut der Mann. Die CDU erweist sich als der Sauhaufen, den das MATRIARCHAT MERKEL hinterlassen hat. Eine eiskalte Protestantin. Im Herzen von der Brutalität einer Calvinistin. Keinen Millimeter leutselig.
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CHRISTI GEBURT.
Man diskutiert gerade unter grünen Politikern, ob Jesus Palästinenser war. Man merkt die Absicht und ist verstimmt. Hier wird wieder Antisemitismus geflaggt. Er war Jude. Strittig ist zwischen Christen und Juden nur, ob sein Anspruch, auch der Messias zu sein, zutrifft. Ihm ein Küchentuch umzuhängen und zum Urvater des Terrors zu machen, das ist ein Frevel. Ich sehe diese vulgäre Wende gegen meinen Religionsstifter mit einigem Befremden.
Dabei bin ich religiös eher unmusikalisch. Wenn ich heute eine Kirche betrete, so die der Dominikaner. Als Knabe konnte ich die Weihnachtsgeschichte auswendig dahersagen, eine gekürzte Version nach Lukas, und war damit ein Star des Heiligen Abends. Meine Eltern waren ohne religiösen Eifer, aber Christen; sie stammten aus dem Katholischen und einer ominösen protestantischen Sekte namens „die Versammlung“ und hatten sich bei Eheschließung „auf der Mitte getroffen“, sprich in der evangelischen Amtskirche, in der ich getauft und konfirmiert wurde. Bei den Pfadfindern galt man was, wenn bibelfest, also las ich viel.
Ob das nun ein schlecht editiertes Konvolut von Erinnerungen Missionswilliger war, die Bibel, oder Gottes Wort im wörtlichen Sinne, war für mich keine Frage; immer hielt ich die naive Laienexegese für ein großes Übel. Das in Amerika notorische Evangelikale, das willkürliche Herauspicken von Formulierungen und deren Deutung mittels freier Assoziation, das ist intellektuell schlicht eine Barbarei. Aber es gilt auch für mich Luthers Weisung: „Das Wort sie solln lassen staan!“
Was also wollen wir festhalten, heute, wo auch die Marxisten so lieb sind wie die Christen? Ich erspare uns den Witz mit der Verwandlung von Wasser in Wein. Meine Lieblingsgeschichte ist die sogenannte Tempelreinigung. Johannes berichtet, dass Jesus gegen den Kommerz im Jerusalemer Tempel aufbegehrte, in dem Opfertiere gehandelt wurden und Geldwechsler ihr Geschäft betrieben. Er warf sie wütend raus.
Religion ist eine Sache des persönlichen Glaubens, also privat. Man trenne Glauben von Geschäft und Gebet von Macht. Wenn das ein Gebot der Christen ist, so stellt es sich zu Zeiten Jesu gegen die zeitgenössischen Juden. Sicher steht es im Gegensatz zum Koran, der den seinen im 7. Jahrhundert nach Christi Geburt offenbart wurde, jedenfalls gegen Vorstellungen vom Gottesstaat. Aber davon reden wir heute nicht, da wir auf einen Stall in Bethlehem blicken, auf einen Ort, an dem David geboren wurde und der Nazarener Jesus. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“ (Lukas 2:14).