Logbuch
CORONA-CHAOS.
Was für ein Gewusel! Hier so, dort anders, morgen vielleicht wieder was neues. Der FÖDERALISMUS geht den Menschen auf den Keks. „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben!“ Im Ernst: eine von der Vernunft gelenkte Demokratie würde mit der Pandemie doch viel besser fertig. Sagen wir, so etwas PRÄSIDIALES wie in Frankreich. Der PARTEIEN-STAAT kommt bei den Coronagegnern ohnehin eher schlecht an: zu viel Rumdiskutieren, Lavieren, faule Kompromisse in der Überzahl. Da sind die CHINESEN einfach überlegen. Sind sie ja eh; hier zerfällt EU und NATO und die bauen genau so was in Asien, nur größer. In China ist die Kommunistische Partei zwar nicht mehr kommunistisch, aber sie hat immer noch immer recht. Weil es sich bewährt hat; nicht für alle, aber für einige. Alle großen Reformen, zu denen es die Preußen gebracht haben, beruhten auf einer straffen Staatsräson. Geht ohne nicht. Ob im Bergrecht (Energiewirtschaft) oder Bildungswesen (Schulpflicht). So, und wenn dann klar ist, wer das Sagen hat, dann muss der nur noch tun, was richtig ist. Habe ich ja gesagt: eine von der Vernunft gelenkte Demokratie, jedenfalls Herrschaft. Und was ist unzweifelhaft richtig? Das wissen wir bei der Pandemie nicht so genau. Genau weiß ich nur, dass man dem Mob nicht das Sagen geben darf. Auf der Straße herrschen, je nachdem, wo man ist, im Zweifel Dummheit, Aberglauben und Rachsucht; schlechte Ratgeber. Wer also macht den Diktator weise? Donald Trump, Boris Johnson, Victor Orban, Vladimir Putin... Okay, kann ich mir das mit dem Scheiss-Föderalismus noch mal ansehen?
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MERKEL DÄMMERUNG.
Zwischen der Kanzlerin und ihren Ministerpräsidenten soll es erheblich geknirscht haben. Zeitenwende. Die ENTZAUBERUNG von MUTTI hat begonnen. Man bemerkt die wirkliche Erosion der Macht immer nur an der wachsenden Distanz der Freunde. Dass die rechten Ränder der Politik schon lange Merkelhasser waren, beweist nichts. Dass aber jetzt auch die alten Anhänger schmerzverzerrt das Gesicht verziehen, zeigt eine Wende. Die Entzauberung des Charismatischen ist eine Sinuskurve, einmal über den Scheitelpunkt geht es nur noch runter. Das werden wir nun an der Reaktanz auf die (alternativlose) Seuchenpolitik erleben. Die Leute werden die (alternativlose) Bevormundung leid. Merkel wird es ergehen wie KOHL, den sie einst stürzte. Oder wie SCHRÖDER, der den Respekt, den er eigentlich verdiente, nicht erhielt und nun auch noch trotzig verwirkt. Die wirkliche Rache kommt von den Enttäuschten; alte Verehrer, die der Frust geholt hat, sind bitter. Bitternis sucht Genugtuung in Rache. In der Sprache des Theaters: Frau Merkel hat den rechtzeitigen Abgang verpasst; jetzt wird es, sorry to say, hässlich. Mutti erlebt nun die Pubertät ihrer Kinder, die keine mehr sein wollen. In den Redaktionen sitzen die Edelfedern schon an den Nachrufen, wetten?
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Die INNENANSICHT der MACHT.
Das ist es, was mich als Soziologen ein Leben lang interessiert hat. Nicht, weil ich es dann ausplaudern wollte. Weil ich es für mich wissen wollte. Und eben das ist es, was mich an politischen Skandalen interessiert. Nehmen wir den Fall der FRAU DOKTOR GIFFEY und ihres Gatten, der seinen Beamtenstatus durch einen Gerichtsentscheid verloren hat. Wie denkt dieses Milieu, das zur Spitze der Politischen Klasse gehören will, wie denken die, was sie sich erlauben können? Nicht die DELINQUENZ selbst interessiert mich (beschissen wird überall), sondern, wie die das als ELITE denken. Früher hieß das GEWISSEN. Man hatte ein schlechtes Gewissen oder eben nicht. Am Beispiel der schrägen Promotionen: Wie denkt man, dass SCHAVAN und KTG amtsenthebende Skandale waren und GIFFEY eine lässliche Sünde? Man sehe sich im Fall GIFFEY den sogenannten Empirie-Teil der sogenannten Dissertation an und frage sich selbst nach der ETHIK des Forschens. Wer befragt da wen in welchem Kontext? Das ist entscheidend, wenn es um wirkliche EMPIRISCHE SOZIALFORSCHUNG geht. Es geht also nicht um „Abschreiben“, sprich irgendwelche Fußnoten oder veritable Plagiate; es geht um einen prinzipiell unethischen Forschungsansatz, sprich etwas, das gar keine Forschung ist, sondern Feuilleton. Erlebnisaufsätze aus dem juste milieu. Gesinnungsprospekte. Wie kriegen das die DAMEN DOKTORMÜTTER an der Universität durch den Hals? Wie denken die so was? Bei der Innenansicht der Macht kommt man sehr oft ans Staunen.
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ABERGLAUBE.
Unter den „Klebas“, den Klimaprotestlern, sehe ich sehr junge Menschen, denen mein Respekt gehört, obwohl sie Nötigung zum Mittel der Überzeugung machen; ich bin halt im Herz immer noch der Pauker, der ich mal war. Und immer öfter aber auch alte Säcke. Schlecht gelaunt und ebenso gekleidet.
Der Anblick ist nicht neu; seit Wackersdorf irritiert mich der erwachsene Kindskopf. Wem sagt „Stuttgart 21“ noch was? Da waren sie wieder. Das Milieu des Boris Palmer. Das trotzig erhobene Haupt des Häretikers. Jetzt ein kühner Sprung in Pfingstgemeinden der kenianischen Provinz. Dort vermag es ein selbsternannter Pastor der „Good News Church“ eine „Hungerreligion“ als freikirchliche Sekte zu errichten. Hunderte von Toten mittels Spiritualität, lese ich.
Nun, die Gute-Nachrichten-Religion (kein Spott bitte; genau das meint auch der Begriff EVANGELIUM) eines ehemaligen Taxisfahrers fordert zum freiwilligen Hungertod auf, sprich zum Selbstmord auf Raten, weil man unmittelbar nach dem Hungertod Jesus treffe. Erneut bitte kein Spott. Die christlichen Amtskirchen sind nicht von geringerer Irrationalität. Von amerikanischen Protestanten ganz zu schweigen: „What would Jesus do?“
Zurück zu den schwäbischen Klebern mit schütterem Haar und den hysterischen Großmüttern aus dem Breisgau. Als Impfgegner habe ich sie gesehen, bei Ostermärschen, mit Friedenstauben und Regenbögen und nun unter den Nationalfarben der Ukraine. Aber ist es überhaupt erlaubt, all diese Bilder zu vermengen? Wir sind hier ja nicht bei BILD.
Nun, ich lese, der afrikanische Pastor mit den Massengräbern der Verhungerten mache aus dem Aberglauben für sich ein Geschäft. Dazu klingt ein Song der Dreigroschenoper in meinen Ohren, nach dem die Menschen nicht nach der Moral leben, sondern von ihr. Wer danach fragt, erkennt eine Einheit im Vielfältigen, die auch unangemessene Vergleiche erlaubt.