Logbuch

KORREKTUR.

Christian Lindner, ex BamS und ex RHEIN ZEITUNG, ist jetzt im Bremischen, nicht im Friesischen, wie ich fälschlicherweise annahm. Keine Aalräucherei? Ha! Ein Hanseat! Das könnte was werden, downstream, vom Mittelrhein an die Weser... Ich war in Erdkunde nie so richtig gut.

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EITELKEIT.

Das Gegenteil von TRAUER. Wenn man nichts vorzuweisen hat, ist es leicht, im ganz unaufgeregten Sinne uneitel zu sein; könnte man meinen. Ein Irrtum. BESCHEIDEN sind jene, die was vorzuweisen haben, aber Trauer in ihrem Herzen tragen. Aber von vorne. Es geht mir um ERIC CLAPTON, Old Slowhand, einer der erfolgreichsten Musiker aller Zeiten. Ich habe mal eine Konzertreise mit ihm organisiert und durfte hinter der Bühne zuschauen. Ich hab mich ihm nicht aufgedrängt, obwohl seine Band CREAM das musikalische Leitmotiv meiner Jugend war. Einer meiner Mitarbeiter, der fabelhafte KEES DE VOOGT, konnte mit ihm, diesem großen und sehr traurigen Mann. Kees und Eric, das war schon ne Nummer. Die beiden zu beobachten, war eine Freude, geradezu eine Lektion. Clapton hatte sich in seinem Leben im Heroin und im Cognac verloren, viele Bitterkeiten erfahren. Und dann sagt er in der Royal Albert Hall einem tobenden Publikum, sie möchten doch bitte nicht mitklatschen, weil ihn das Echo irritiere. Ich kenne da einen Händler antiker Koffer in Chelseas King Street, der mit ihm aufgewachsen ist, der mir über den jungen Blues-Star sagt: „Never ever vain!“ Also den Koffer habe ich noch. Und gerade fand ich das Plättchen seines Bassisten. Ich mag diesen Clapton. Ein großer ernster Mann.

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INKLUSION.

Gebrauchsanweisungen: Man könnte zum Attentäter werden. Die IKEA-LEKTION. Aber das Problem liegt tiefer. Nein, es fehlt keine Schraube. Nie. Nein, die Reihenfolge ist nicht falsch herum angegeben. Nimmer. Es fehlt an der Einstellung. Ruhe! Muße! Sich auf eine Sache einlassen können. Manchmal kommt man nicht rein; schon klar. Weil man nicht rein gelassen wird: Exklusion. Ärgerlich. Manchmal geht es aber auch deshalb schief, weil man nicht die Geduld hat, sich auf etwas einzulassen. Da sind die Dummen halt im Vorteil. Ihnen bleibt auch ansonsten nur der Gehorsam. Disziplin, das Genie der Preußen.

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APO.

Wir erleben eine Vielzahl von Demonstrationen außerparlamentarischer Art „gegen Rechts“, die rechtsextreme Ideen verwerfen. Dabei mobilisiert ein Spektrum an reaktionären bis faschistischen Ideologien, die in der AfD eine parlamentarische Vertretung finden, den Widerspruch liberaler bis linker Kreise.

Recht so, wenn man jetzt sogar einen Austritt Deutschlands aus der EU propagiert, wie es die Heroine der Reaktionären, Frau Weidel, tut. Da schwärmt jemand wieder vom Deutschen Reich. Verachtenswert.

Gleichzeitig erklären drei Verfassungsorgane, sprich der Bundeskanzler, die Bundestagspräsidentin und das Staatsoberhaupt, der Herr Bundespräsident, jeder für sich und mit Nachdruck ihre Unterstützung für diese Proteste. Der außerparlamentarische Kampf gegen Rechts findet damit staatliche Anerkennung. APO von Staatswegen?

Derweil zerlegt sich die parlamentarische Repräsentanz dieses Lagers rechts der Mitte. Die LINKS-Partei mag es noch zurecht treffen, aber auch die SPD hat ihre Wählerschaft halbiert. Die FDP bangt kurz vor der 5%-Klausel. Man sagt, dass die AMPEL aktuell keine Mehrheit mehr zur Regierungsbildung hätte. Für die Länderparlament werden der AfD gewaltige Zuwächse zugetraut.

Was habe ich nicht verstanden? Ich kriege die Bilder nicht zusammen. Die neue APO behauptet von sich, die Mehrheit zu sein. Warum zeigt sich das nicht an der Wahlurne? Sind die Proteste in Wirklichkeit PR für eine Regierung, die ihre Mehrheit verloren hat? Sag an, Frank-Walter!