Logbuch
ENERGIE TEUER WIE NIE.
Kostenexplosion bei den Energiepreisen? Seit wann spielt Geld hier eine Rolle? Die Leute haben es doch. Fragen von gestern zur Inflation vom morgen. Der grüne Tunnelblick wird teuer.
Fragestellung vom gestern: IMPORTABHÄNGIGKEIT. Mit den Ölimporten machen wir den Scheich reich, habe ich mal gedichtet. Klang politisch unkorrekt, aber die OPEC war noch ein Thema, das Kartell der Ölproduzenten. Als ich anfing einen PKW zu betanken, zahlte man 49 Pfennig den Liter, das sind 25 Cent. Jetzt rufen die Multis (multinationalen Konzerne) das Sechsfache auf.
Fragestellung von gestern: KARTELLABHÄNGIGKEIT. Ich war mal bei der deutschen ARAL, das ist an die britische BP verkauft. Damals sah man die Kartellbildung der Anbieter bei der Linken kritisch. Es war aber sehr kommod, den Gaspreis an den Heizölpreis zu koppeln, weil die Fördernationen (Norwegen, Russland) sich darauf verlassen konnten, dass das Ölkartell sie mit nach oben nahm. Ich saß bei RUHRGAS und habe so (politisch unkorrekt) unsere Preispolitik begründet (ich war ja aus dem Mineralölgeschäft ja noch in Übung).
Fragestellung vom gestern: PRODUKTABHÄNGIGKEIT. Wenn man möglichst viele Lieferländer sucht und möglichst viele Produkte (Steinkohle, Braunkohle, Öl, Gas, Kernenergie) zu nutzen weiß, kann man nicht nur Mengen regulieren, sondern auch Preise. Ich habe, politisch unkorrekt, bei der RUHRKOHLE begonnen. Motto war neben der heimischen Verfügbarkeit die DIVERSIFIZIERUNG. Kohle zu Öl hydrieren, zum Beispiel.
Fragestellung vom gestern: SICHERHEIT. Zunächst der Versorgung (Mengen und Preise), dann auch des Betriebes. ATOMENERGIE erfordert einen sehr hohen technischen Aufwand, der am ehesten in Großanlagen zu gewährleisten ist. Und unterschiedliche Techniken sind unterschiedlich sicher. Aber das Risiko, politisch unkorrekt angemerkt, ist zu kalkulieren: sehr selten, aber hoch versus gering, aber ständig. Und für meine Begriffe sind Kernkraftwerke nur staatlich zu betreiben. Ich habe die vormalige Industrie vom innen kennengelernt und weiß, wovon ich rede. Die PROLIFERATION von Klein-AKWs ist Irrsinn.
Fragestellung von gestern: NETZQUALITÄT. Leitungsbau. Rohre verlegen, auch durch die Ostsee. Bis vor jede Tür. Man lernt schnell: „retail is detail“. Was bei WLAN jedem Nerd klar, hapert beim Strom. Nicht nur bei dem für die Batterieautos, die jetzt modern werden.
Fragestellung vom gestern: Ab an die Börse! NOTIERUNG IN DEN USA. Da begann, was heute Herrn Elon Musk den Wind unter die Flüge bringt. Hier lag ein großer Fehler, da die Börse alles kann, aber nicht STRATEGIE.
Habe ich in meiner Suade einen Aspekt vergessen? Nein. Keinen wirklich wichtigen. Man schaue sich um, außerhalb des deutschen Sonderwegs. Nirgendwo werden die Verbraucher so zur Kasse gebeten. Aber wir haben es ja. Vorbild sein, das gibt es nicht zum Nulltarif. Am deutschen Wesen…
Logbuch
ES BEGAB SICH ABER.
Obdachloses Paar erlebt Niederkunft eines Kegels zu bitteren Zeiten von staatlichen Kindesmorden und sieht ihr Elend wie ihr Glück durch drei fremde Wahrsager in die allerhöchsten Erwartungen gestellt.
Der MESSIAS… Es ist klar, dass das Ärger geben wird. Von der Krippe an das Kreuz; zwischendrin erstaunliche Korrekturen der Moral: „Euch ist gesagt…. Ich aber sage Euch…“ Mit einiger Entschiedenheit: „Deine Rede sei ja ja oder nein nein, was darüber ist, ist vom Übel.“
So habe ich als Jugendlicher, ich war protestantischer Pfadfinder, die Weihnachtsgeschichte gelesen. Ohne jede Sentimentalität, mit dem Ruch der Revolution. Fasziniert mich bis heute.
Logbuch
CULTURAL CODES.
Beim Betrachten des offiziellen Fotos der neuen Regierung des Landes Berlin: Frisuren und Kleidung sind Botschafter. Auch des schlechten Geschmacks. Piefig.
Dass eine Uniform ein Nachrichtenträger ist, das bezweifelt niemand. Das ist ja ihr Sinn. Hoheitszeichen, Dienstgrad und so weiter. Auch drei Ohrringe im linken Ohr eines erwachsenen Mannes können Nachrichtencharakter haben. Dieser Code ist nicht festgeschrieben, aber diejenigen, die es angeht, wissen worum es geht.
Dann bei der Chefin diese Kleider und Kostüme aus dem Quellekatalog oder dem Reich der Änne Burda, gezielt gewählt, weil aus der Zeit gefallen. Das hat schon was, wie konsequent die Dame mit dem vorübergehenden Titel den Geschmack der Wilmersdorfer Witwe trifft. Kompliment. Ich mag auch ihre eigenartige Rhetorik, dazu gehört was. Willy Brand in weiblicher Version und aus Frankfurt/Oder. Die wird noch was.
Aber diese anderen Gestalten. Wo kann man sich eine solche Pottfrisur machen lassen? Oder ist das eine Perücke? Dann bitte ich um Entschuldigung. Und der Korpulente; nicht nur dick, das passiert, sondern feist. Angestrengt grinsend. Dann eine ohne jede Frisur. Saccofrei. Wo läuft man so rum und findet es auch noch chic?
Aber politisch passt es ja. Dieses Kabinett, es tut mir leid, spiegelt diese Stadt. Perfekter als Trachten und Volkstanz es könnten, finden sich in diesen Fummeln&Frisuren die Kulturen der Gettos, die sich selbst so lieben. Berlin, Du bist ein piefiger Narzisst.
Logbuch
Kanzler geht nur als Hosenrolle
Sorry, Peer, das wird nichts. Merkel ist wie Thatcher unersetzlich, jedenfalls in der Bewältigung der Krise. Steinbrück, der hanseatische Schnösel, hat keine Chance, weil er ein (alter) Mann ist. Das Kanzlern können nur (ewig junge) Frauen.
Man versteht die Finanzkrise nur, wenn man sie durch das Kaleidoskop der Gender-Forschung betrachtet. Banker sind Jungs, die nur spielen wollen, aber die Ökonomie, das ist ein Mädchen. Und die Göttinnen, das ist bekannt auf dem Olymp, verstehen keinen Spaß. Das mit den Griechen, die auf Pump leben, und den Spaniern, die Siesta machen, und den Italienern, die auch nur morgens und abends ein wenig Fleiß zeigen, das ginge alles gut, wenn da nicht die Göttin der Ökonomie wäre, eine humorlose Frau.
Es toben in Harry’s Bar vier englische Gentlemen, die in der City arbeiten, eine bürgerliche Klientel, aber doch unter der Wirkung etlicher Martinis, die die weißgekleideten Kellner aus einer Kühllade zaubern. Ein Schauspiel besonderer Art bietet sich mir, still hocke ich in der Ecke, in der Hemingway immer saß, und bin fasziniert. Die Bartender sind von ausgesuchter Höflichkeit und übersehen mit Grandezza, wie die Investmentbankerbengel Wirkung zeigen.
Man ist mit RyanAir eingeflogen und will nun Venedig ertränken. Die Party steigt, und der mittlerweile beim Vornamen gerufene Italiener soll mal eine Runde geben. Es gibt keine Runden bei Harry, aber die Gläser kommen doch. Das Spiel geht in die Endrunde, als die Treffer im Sprachzentrum nun auch die Gehwerkzeuge irritieren. Die Rechnung kommt und die Herren aus der City ziehen 1200€ über eine Kreditkarte. Von wegen Freibier, das glauben eben nur Jungs.
Beim Rausgehen sehe ich sie dann. Sie sitzt aufrecht, kerzengerade am Ende der Bar auf einem Hochstuhl vor einem kleinen Tischchen mit einem PC und einer Kasse. Eine kluge und nüchterne Frau. Mit freundlichem Ernst hat sie die Kellner verfolgt und jeden flüchtigen Zettel eingetippt. Die Herren Kellner, die groß tun, schleppen Gläser, aber kein Geld. Hier wird addiert, eingenommen, verrechnet, ein Beleg erzeugt. Das Geheimnis der Nonchalence von Betrunkenen und Trankgewährenden ist, dass die Jungs spielen, aber nicht abrechnen. Wie im wirklichen Leben.
Danach ins Theater. Eine Komödie des großen William Shakespeare, in der es um das Kreditwesen geht. Ein Kaufmann aus Venedig federt seine Liquiditätslücke, entstanden durch ausstehende Handelsschiffe, mit einer Zwischenfinanzierung, für die der Kreditgeber aber weder Zinsen noch Sicherheiten will, sondern als Kreditausfallversicherung ein Pfund aus dem Fleisch des Beliehenen. Seltsame Gepflogenheiten, aber der Banker war pissig, weil der Kaufmann ihn ansonsten wie einen Hund behandelt habe. Am Ende, wie gesagt, es war eine Komödie, siegt die Gnade vor Recht, und alles liegt sich in den Armen. Es fehlte halt im Theater die ernste jungeDame des wirklichen Lebens. Im Leben wie bei Harry werden keine Schulden erlassen.
Quelle: starke-meinungen.de